Dem Klimawandel entgegen: vom Wein- zum Obstweinberg
- 26. Juni 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 5. Juli 2025
Extreme Trockenheit und Spätfrost bereiten dem konventionellen Weinbau große Schwierigkeiten. Um die Herausforderungen des Klimawandels zu meistern, entstehen neue Ideen für den Weinbau – wie die Transformation eines traditionellen Weinbergs in einen vielfältigen Obstweinberg, der als „Zukunftsgarten“ neue Perspektiven eröffnet.

Hinweis: Dieser Blog-Post stammt von dem studentischen Blog-Team des Projekts Wir im Wald. Vielen Dank für die Bereitstellung!
Zum Internationalen Streuobsttag am 26. April 2025 öffnete der Obstweinberg in Nordhausen (49.105156, 9.076378) bei Heilbronn seine Tore für Besuchende. Drei Studierende aus Stuttgart waren vor Ort, um sich selbst ein Bild zu machen und mit Beteiligten ins Gespräch zu kommen. Christoph Schulz von der Initiativgruppe stellte dabei das Projekt „Zukunftsgarten“ vor und führte Interessierte durch den Obstweinberg.
Neuanfang im Weinberg: Wie Nordhausen auf Klimawandel reagiert
In Nordhausen wird der früher konventionell bewirtschaftete Weinberg seit Ende 2022 als sogenannter Obstweinberg neu genutzt. Denn klimatische Veränderungen wie Trockenperioden, Spätfröste und Extremwetterereignisse belasten den Weinbau zunehmend. Anstelle von Rebstöcken bietet der Obstweinberg heute zahlreiche klima- und standortangepasste Sorten wie Pfirsiche, Aprikosen, Quitten, Feigen, Maulbeeren, Kaki, Indianerbananen oder auch Granatäpfel. Die Bäume stehen im 4×4-Meter-Raster, teils mit Unterkulturen wie Rhabarber. Erlen und Pappeln dienen als Ammenbäume – komplett ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Das Projekt ist als Gemeinschaftsinitiative entstanden – viele engagierte Menschen aus unterschiedlichen Lebenslagen haben es gemeinsam auf den Weg gebracht. Besonders wichtig ist uns deshalb auch, dass sich alle Interessierten unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft beteiligen und ihn mitgestalten können. Der Obstweinberg Nordhausen soll damit nicht nur einen ökologisch wertvollen Lebensraum bieten, sondern auch ein Erlebnis- und Begegnungsraum für Menschen aus der Region sein. Dabei geht es auch darum, den Obstweinberg für die Zukunft und die nachfolgenden Generationen zu sichern. Interessierte können Baumpatenschaften übernehmen, sich aktiv an Pflanz- und Pflegeaktionen beteiligen oder das Projekt finanziell unterstützen. Geplant sind regelmäßige Führungen, Kulturveranstaltungen sowie Bildungsangebote.



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